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Nicht nur zum Muttertag: Was eine Familientherapeutin jungen Müttern gerne zurufen möchte - ein Minipamphlet

Liebe Mütter!

Bitte wertschätzt euch und würdigt eure täglichen Leistungen. Geht freundlich mit euch um. Bleibt geduldig mit euch, denn es gibt viele Herausforderungen zu meistern, die euch einiges abverlangen. Nicht nur zu Coronazeiten. Bleibt bitte unperfekt, denn das ist gut so. Sagt euch jeden Morgen und jeden Abend etwas Liebes. Und gebt der inneren Kritikerin nicht so viel Raum.

Habt Mut, euren ganz eigenen Familienweg zu finden! Familienbett, Schlafanzugtage oder sogar windelfrei? Die Freundin guckt komisch, und die Eltern geben auch noch ihren verständnislosen Senf dazu? Was soll´s. Macht, was zu euch passt und was eurer Familie gut tut.

Macht Schluss mit der Vorstellung, immer eine geduldige und hingebungsvolle Mutti sein zu können. Manchmal schlecht gelaunt oder erschöpft zu sein, gehört nun mal dazu. Dann ist die Frage: Was brauche ich jetzt, was tut mir gut? Wer oder was kann mir jetzt helfen? Manchmal reicht ein Cappuccino oder ein schönes Schaumbad, und hin und wieder muss vielleicht eine kleine Auszeit her. Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit!

Verabschiedet euch von der Vorstellung, das Familienleben könnte ganz harmonisch und reibungslos verlaufen. Ohne Konflikte geht es aber nicht. Es geht nur darum, wie wir mit diesen umgehen. Für manche Konflikte gibt es auch keine schnellen und einfachen Lösungen. Dann gilt es die Situation einfach erstmal anzunehmen und die Spannung auszuhalten. Und manchmal hilft vielleicht auch ein (therapeutischer) Blick von außen.

Erzieht nicht zu viel an euren Kindern herum. Seid nicht immer pädagogisch wertvoll. Eure Kids brauchen euch authentisch, als echte Menschen mit Ecken und Kanten. Kinder wollen Bindung und Beziehung, keine ständigen Belehrungen. Habt Spaß zusammen, lasst es euch miteinander gut gehen. Streitet euch und vertragt euch wieder. Macht Quatsch miteinander und lasst Fünfe auch mal gerade sein. Das verbindet und sorgt für ein lebendiges und gesundes Familienklima.

Habt Freude daran, mit euren Kindern zu wachsen. Wir alle müssen bereit sein, festgefahrenen Ansichten und Vorstellungen hin und wieder kritisch zu hinterfragen. Und wir sollten diese Überzeugungen modifizieren, wenn sie gar nicht mehr zu unserem Leben oder unseren Kindern passen. Ansonsten ist Entwicklung ja gar nicht möglich. Eltern können nicht alles wissen und schon gar nicht alles richtig machen, aber sie sollten willens sein, dazuzulernen und an sich selbst zu arbeiten. 

 

Text (c): Felicitas Römer 2021

Fotos: Pixabay, iStock

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